Streitschlichter

 

Bei Konflikten zwischen Schülern vermitteln speziell ausgebildete Schüler/innen als Mediatoren. Alle Streitschlichter sind außerdem als “Gewaltpaten” tätig. Einige der Streitschlichter haben auch eine Ausbildung zur Suchtprävention.

Seit 2002 werden Streitschlichter (Mediatoren) an unserer Schule ausgebildet. Seither gibt es erfolgreiche Mediationsgespräche.

Ziele der Streitschlichter

Das Ziel der Streitschlichter ist, dass die Konflikte an unserer Schule gelöst werden. Nebenbei lernen wir auch mit Gewalt und Aggressionen um zu gehen.

Freiwillige Tätigkeiten der Streitschlichter:

Wir organisieren jedes Jahr einen Erlebnispädagogischen Nachmittag für unsere neuen Fünftklässler. Dabei werden wir von unserem Sozialpädagogen Detlef Bürkert unterstützt. Dazu kommt noch ein Jahresausflug, den wir selbst organisieren und planen.

Darstellung der Mediation

  • Zwei Schüler streiten sich 
  • Sie kommen in der großen Pause zu den Streitschlichtern, die zu zweit vor dem Ethikraum im dritten Stock sitzen
  • Terminvereinbarung für das Mediationsgespräch
  • Vertrauliches Mediationsgespräch, anschließend wird das Ergebnis
    dieses Gesprächs in einem Vertrag festgehalten, der von allen
    Beteiligten unterschrieben wird
  • Vereinbarung eines Nachtermins

   

Regeln der Mediation

  1. Es redet immer nur einer
  2. Keiner lacht den anderen aus
  3. Einander zuhören
  4. Ausreden lassen
  5. Aufmerksam sein
  6. Vertraulichkeit
  7. Sich gegenseitig ernst nehmen
  8. Höflich, respektvoll, freundlich und rücksichtsvoll miteinander umgehen
  9. Sich ruhig und diszipliniert verhalten
  10. Bereit sein Kompromisse einzugehen

 

So erlebt Jasmin Göppel, selbst Mediatorin, die Streitschlichter der Realschule in Gerlingen

Von: Jasmin Göppel, 10b, langjähriges Mitglied der Streitschlichter, September 2008:

Seit vielen Jahren sind wir Streitschlichter an der Realschule in Gerlingen erfolgreich tätig. Die Streitschlichter sollen zur Konfliktlösung und einem gewaltfreien Schulalltag beitragen. 

In der siebten und achten Klasse können sich die Schüler entscheiden, ob sie ein Seminar besuchen, das zur Ausbildung eines Streitschlichters beiträgt. Die Ausbildung erfolgt über viele Monate. Das Seminar dauert hingegen nur drei Tage. Hier wird das Grundwissen einer Schlichtung weitergegeben.

Danach werden die angehenden Streitschlichter in ihrer Schule von einer Lehrerin oder einem Lehrer ausgebildet.  Dort wird dann, zum Beispiel, ein Streitschlichtergespräch nachgespielt oder die Regeln einer Schlichtung erklärt. Nach ca. vier bis fünf Monaten findet die Streitschlichter-Prüfung statt.

Die Prüfung besteht aus einem theoretischen und einem praktischem Teil. Im theoretischen Teil wird der ganze Stoff abgefragt, ähnlich wie bei einer Klassenarbeit. Im praktischen Teil wird geprüft wie man bestimmte Situationen in einem Streitfall löst. Am Ende der Prüfung wird im Normalfall mit jedem einzelnen noch einmal im Gespräch sein Ergebnis besprochen und es werden eventuell Verbesserungsvorschläge gemacht. 
Wenn man die Prüfung bestanden hat, bekommt man ein Zertifikat und eine Bemerkung ins Zeugnis der Streitschlichtung.

Meine eigene Erfahrung als  Streitschlichterin ist sehr positiv. Mir macht dieser Job sehr viel Spaß.

 

Und so erlebten  Siebtklässler im Schuljahr 2007/2008 die Streitschlichter-Ausbildung:

aus: "Gerlinger Anzeiger", Dezember 2007

"Wie Realschüler zu Streitschlichtern werden"

Von: Julia Heck, Friederike Lux, Thanujaa Sritharan, Klasse 7b (2007/2008)

Am Montag und Dienstag, den 5. und 6.  November 2007 nahmen 14 Realschüler(innen) der Klassen 7a, 7b und 8b  an einer Streitschlichterausbildung  teil. Frau Dr. Karen Roos, Psychologin und ausgebildete Mediatorin, leitete die Ausbildung.

Frau Wengenroth-Meurisch, unsere Elternbeiratsvorsitzende, kümmerte sich um die Essenszubereitung. Dank der Streitschlichter-Mediation können Schüler unserer Schule ihre Probleme miteinander mediieren und somit auch lösen.

In unserer Realschule werden alle zwei Jahre geeignete Schülerinnen und Schüler für diese Ausbildung ausgewählt. Neben dieser Ausbildung treffen sich die Streitschlichter-Anwärter ein weiteres Schuljahr wöchentlich zur weiterführenden Ausbildung mit einer hierfür ausgebildeten Lehrerin unserer Schule.

Am Montagmorgen trafen wir uns im Foyer der Realschule Gerlingen. Von dort aus gingen wir zur Bushaltestelle und fuhren zum Ditzinger Bahnhof. Vom Bahnhof aus liefen wir dann noch 20 Minuten im Glemstal bis zum Evangelischen Jugendheim. Frau Wengenroth-Meurisch erwartete uns schon mit einem leckeren Frühstück. Es gab frische Brötchen und Marmelade, Wurst und Käse. Frau Dr. Roos stellte sich und ihre Arbeit vor und wir begannen gleich mit der Theorie.

Wir überlegten uns, wie ein Streitschlichter sein sollte, stellten die Regeln auf und wir lernten und übten das „aktive Zuhören“. Zum Mittagessen gab es leckere Maultaschen mit Kartoffelsalat.

In Zweier-Teams arbeiteten wir dann weiter an der Bearbeitung eines persönlichen Streitbeispiels. Daraufhin stellten wir die fünf Phasen der Streitschlichtung auf.

Anschließend ging wir an die Bearbeitung eines konkreten Fallbeispiels, das wir dann in Rollenspielen durchspielten. Es ging um den Fall einer 16-jährigen Tochter, welche ohne ihre Mutter in den Urlaub fahren wollte, aber die Mutter nicht akzeptieren wollte. Das führte wiederum zu Konflikten zwischen Mutter und Tochter.

Gegen 17.00 Uhr endete unser erster Ausbildungstag und wir brachen auf, um unseren Bus noch rechtzeitig zu erreichen. An diesem ersten Tag war es zwar sehr anstrengend, aber wir hatten trotzdem alle sehr, sehr viel Spaß!

Am nächsten Tag fuhren wir wieder zusammen ins Glemstal. Frau Wengenroth-Meurisch richtete uns wieder das Frühstück und Frau Dr. Roos und eine Lehrerin unserer Schule leiteten die Ausbildung. Nach dem gemeinsamen  Frühstück arbeiteten  wir wieder an dem Fallbeispiel, wir lernten uns in die Gefühle und Sichtweisen anderer Personen hineinzuversetzen, also Empathiefähigkeit. Frau Dr. Roos brachte uns die drei Schritte der Fallbearbeitung  bei: Zuhören – Paraphrasieren - Fragen stellen, um zu einer gemeinsamen Lösung zwischen den Klienten zu kommen.

Am Ende des zweiten Seminartages fuhren wir mit dem  Bus nach Gerlingen zurück. Es war wieder ein anstrengender Tag, aber leider schon der letzte. Nach dieser Ausbildung treffen wir uns regelmäßig um noch mehr dazu zu lernen. Nächstes Jahr legen wir dann eine Prüfung ab und erhalten dann ein Steitschlichter-Zertifikat.